Geschichte, die verbindet

Bonifatius

Bonifatius – Wynfreth aus Crediton

Der Mann, der drei Städte verbindet.

Sein Lebensweg beginnt in Crediton, führt über den europäischen Kontinent nach Fulda und endet bei Dokkum. Seine letzte Ruhestätte fand der heilige Bonifatius wiederum in Fulda.

Bonifatius war Missionar, Mönch, Gelehrter, Bischof und Kirchenorganisator. Sein Wirken prägte weite Teile Europas – und schafft bis heute persönliche Verbindungen über Ländergrenzen hinweg.

Bonifatiusdenkmal in Fulda mit erhobenem Kreuz und aufgeschlagenem Buch vor einem leuchtenden Himmel
Das Bonifatiusdenkmal in Fulda

Drei Orte · ein Lebensweg

Crediton → Dokkum → Fulda

Geburt, Tod und Grab verbinden England, die Niederlande und Deutschland.

01 · England

Crediton

Geburtsort

Hier wurde Wynfreth um 675 geboren. Die Stadt in Devon erinnert bis heute mit Kirchen, Kunstwerken und Veranstaltungen an ihren berühmtesten Sohn.

02 · Fryslân

Dokkum

Sterbeort

Am 5. Juni 754 endete hier seine letzte Missionsreise. Kapelle, Brunnen und Prozessionen halten sein Andenken lebendig.

03 · Hessen

Fulda

Grabstätte

Das von ihm angeregte Kloster wurde sein geistliches Zentrum. Sein Grab im Fuldaer Dom ist bis heute ein bedeutender Erinnerungsort.

Sein Leben in Stationen

Von Wynfreth zu Bonifatius

01
um 675

Wynfreth aus Crediton

Bonifatius wurde im südwestenglischen Crediton in eine angelsächsische Familie geboren. Sein Geburtsname war Wynfreth, auch Winfried genannt.

02
Kindheit & Jugend

Klosterschule und Gelehrsamkeit

Er erhielt seine Ausbildung zunächst im Raum Exeter und später im Kloster Nursling bei Winchester. Dort wurde er Mönch, Lehrer und Priester und machte sich als Gelehrter einen Namen.

03
716

Erster Aufbruch nach Friesland

Wynfreth verließ England, um auf dem Kontinent zu missionieren. Sein erster Versuch in Friesland scheiterte an den politischen Unruhen; er kehrte zunächst nach England zurück.

04
718/719

Rom und der Name Bonifatius

In Rom erhielt er von Papst Gregor II. den Auftrag zur Mission. Von nun an trug er den Namen Bonifatius und arbeitete eng mit der römischen Kirche zusammen.

05
8. Jahrhundert

Mission und Kirchenorganisation

Bonifatius wirkte vor allem in Hessen, Thüringen, Bayern und im fränkischen Reich. Er gründete Klöster, ordnete kirchliche Strukturen neu und holte zahlreiche Frauen und Männer aus England zur Mitarbeit.

06
744

Das Kloster Fulda

Auf Initiative des Bonifatius gründete sein Schüler Sturmius das Kloster Fulda. Bonifatius bestimmte diesen Ort zu seinem geistlichen Zentrum und wünschte, dort bestattet zu werden.

07
Frühjahr 754

Die letzte Reise

Im hohen Alter brach Bonifatius noch einmal nach Friesland auf. Er wollte an die Anfänge seiner Mission zurückkehren und Menschen für den christlichen Glauben gewinnen.

08
5. Juni 754

Dokkum

Bei Dokkum wurden Bonifatius und seine Begleiter getötet. Sein Todestag wird bis heute als Bonifatiustag begangen; in Dokkum erinnern die Bonifatiuskapelle und der Bonifatiusbrunnen an ihn.

09
754

Utrecht · Mainz · Fulda

Sein Leichnam wurde zunächst nach Utrecht und Mainz gebracht und anschließend nach Fulda überführt. Im heutigen Fuldaer Dom fand er seine letzte Ruhestätte.

10
bis heute

Ein europäisches Vermächtnis

Crediton als Geburtsort, Dokkum als Sterbeort und Fulda als Begräbnisort bilden einen einzigartigen europäischen Erinnerungsweg. Aus Geschichte sind Begegnung und Freundschaft geworden.

Bonifatius verbindet Menschen

Drei Städte pflegen Freundschaft.

Fulda und Crediton verbindet seit dem 3. Juni 2000 eine offizielle Städtefreundschaft. Dokkum und Crediton unterzeichneten bereits am 1. Juli 1988 eine Freundschaftsurkunde; ihre Kontakte reichen bis 1954 zurück. Seit 2002 stärkt das gemeinsame Freundschaftskomitee Dokkum–Crediton–Fulda die Begegnungen zwischen allen drei Orten.

1988Dokkum ↔ Crediton
2000Fulda ↔ Crediton
2002Komitee der drei Städte
2013Partnerschaft Fulda ↔ Dokkum

Warum Bonifatius heute wichtig bleibt

Glaube, Bildung und europäische Verständigung.

Aufbruch

Er verließ seine Heimat und suchte den Austausch über sprachliche und kulturelle Grenzen hinweg.

Bildung

Klöster waren für ihn nicht nur Glaubensorte, sondern auch Zentren des Lernens, der Schrift und der Kultur.

Verbindung

Sein Weg erinnert daran, dass Europa von Begegnung, gegenseitigem Respekt und gemeinsamen Erfahrungen lebt.