Crediton
GeburtsortHier wurde Wynfreth um 675 geboren. Die Stadt in Devon erinnert bis heute mit Kirchen, Kunstwerken und Veranstaltungen an ihren berühmtesten Sohn.
Geschichte, die verbindet
Bonifatius – Wynfreth aus Crediton
Sein Lebensweg beginnt in Crediton, führt über den europäischen Kontinent nach Fulda und endet bei Dokkum. Seine letzte Ruhestätte fand der heilige Bonifatius wiederum in Fulda.
Bonifatius war Missionar, Mönch, Gelehrter, Bischof und Kirchenorganisator. Sein Wirken prägte weite Teile Europas – und schafft bis heute persönliche Verbindungen über Ländergrenzen hinweg.

Drei Orte · ein Lebensweg
Geburt, Tod und Grab verbinden England, die Niederlande und Deutschland.
Hier wurde Wynfreth um 675 geboren. Die Stadt in Devon erinnert bis heute mit Kirchen, Kunstwerken und Veranstaltungen an ihren berühmtesten Sohn.
Am 5. Juni 754 endete hier seine letzte Missionsreise. Kapelle, Brunnen und Prozessionen halten sein Andenken lebendig.
Das von ihm angeregte Kloster wurde sein geistliches Zentrum. Sein Grab im Fuldaer Dom ist bis heute ein bedeutender Erinnerungsort.
Sein Leben in Stationen
Bonifatius wurde im südwestenglischen Crediton in eine angelsächsische Familie geboren. Sein Geburtsname war Wynfreth, auch Winfried genannt.
Er erhielt seine Ausbildung zunächst im Raum Exeter und später im Kloster Nursling bei Winchester. Dort wurde er Mönch, Lehrer und Priester und machte sich als Gelehrter einen Namen.
Wynfreth verließ England, um auf dem Kontinent zu missionieren. Sein erster Versuch in Friesland scheiterte an den politischen Unruhen; er kehrte zunächst nach England zurück.
In Rom erhielt er von Papst Gregor II. den Auftrag zur Mission. Von nun an trug er den Namen Bonifatius und arbeitete eng mit der römischen Kirche zusammen.
Bonifatius wirkte vor allem in Hessen, Thüringen, Bayern und im fränkischen Reich. Er gründete Klöster, ordnete kirchliche Strukturen neu und holte zahlreiche Frauen und Männer aus England zur Mitarbeit.
Auf Initiative des Bonifatius gründete sein Schüler Sturmius das Kloster Fulda. Bonifatius bestimmte diesen Ort zu seinem geistlichen Zentrum und wünschte, dort bestattet zu werden.
Im hohen Alter brach Bonifatius noch einmal nach Friesland auf. Er wollte an die Anfänge seiner Mission zurückkehren und Menschen für den christlichen Glauben gewinnen.
Bei Dokkum wurden Bonifatius und seine Begleiter getötet. Sein Todestag wird bis heute als Bonifatiustag begangen; in Dokkum erinnern die Bonifatiuskapelle und der Bonifatiusbrunnen an ihn.
Sein Leichnam wurde zunächst nach Utrecht und Mainz gebracht und anschließend nach Fulda überführt. Im heutigen Fuldaer Dom fand er seine letzte Ruhestätte.
Crediton als Geburtsort, Dokkum als Sterbeort und Fulda als Begräbnisort bilden einen einzigartigen europäischen Erinnerungsweg. Aus Geschichte sind Begegnung und Freundschaft geworden.
Bonifatius verbindet Menschen
Fulda und Crediton verbindet seit dem 3. Juni 2000 eine offizielle Städtefreundschaft. Dokkum und Crediton unterzeichneten bereits am 1. Juli 1988 eine Freundschaftsurkunde; ihre Kontakte reichen bis 1954 zurück. Seit 2002 stärkt das gemeinsame Freundschaftskomitee Dokkum–Crediton–Fulda die Begegnungen zwischen allen drei Orten.
Warum Bonifatius heute wichtig bleibt
Er verließ seine Heimat und suchte den Austausch über sprachliche und kulturelle Grenzen hinweg.
Klöster waren für ihn nicht nur Glaubensorte, sondern auch Zentren des Lernens, der Schrift und der Kultur.
Sein Weg erinnert daran, dass Europa von Begegnung, gegenseitigem Respekt und gemeinsamen Erfahrungen lebt.